Hinweis: weitere Fotos sind unter diesem Beitrag
Auf den Tag genau ein Jahr nach unserem ersten gemeinsamen Auslandsflug hieß es wieder: Kurs Nord! Diesmal führte uns die Reise erneut nach Dänemark. Mit dabei waren Jörg Wesemann, Jörg Kischkel, Jan Bornemann und Johannes Nähr – zwar in etwas kleinerer Runde als im vergangenen Jahr, dafür aber gefühlt mit doppelt so viel Spaß.
Los ging es wie gewohnt in Porta. Unsere beiden Reiseflugzeuge waren die D-EFTQ (DR400) sowie der D-KNAB (SF 25 C). Das Wetter zeigte sich zum Start zunächst eher verhalten. Die Sichtweiten waren in Ordnung, aber noch weit entfernt von perfekten VFR-Bedingungen. Im weiteren Verlauf des Fluges machte uns dann ein Schauer im Raum Hamburg kurzzeitig das Leben etwas schwerer und die Sicht wurde merklich schlechter.
Doch danach änderte sich das Bild komplett: Die Luft wurde klarer, die Sicht immer besser – und spätestens ab diesem Zeitpunkt machte das Fliegen richtig Spaß.
Wie so oft gab es unterwegs einiges zu entdecken, was man vom Boden aus vermutlich kaum wahrnehmen würde. Besonders auffällig war eine große Nord-Süd-Pipeline bzw. deren Baustelle/Trasse, die sich deutlich durch die Landschaft zog.
Leider konnten wir bislang nicht genau herausfinden, um welches Projekt es sich dabei handelt. Falls jemand weiß, welche Pipeline wir dort gesehen haben: Meldet euch gerne bei uns! Vielleicht kann das Rätsel ja noch gelöst werden.
Bevor es endgültig über die Grenze ging, legten wir einen kurzen Tank- und Raststopp in Flensburg ein.
Und wie es in der Fliegerei häufig der Fall ist, ergab sich dabei direkt eine interessante Begegnung: Wir lernten ein Ehepaar kennen, das ebenfalls gerade Richtung Norden unterwegs war. Ihr Ziel war die Leserreise von Pilot & Flugzeug nach Skandinavien bzw. Schweden.
Weitere Informationen zur Skandinavien-Leserreise 2026 von Pilot & Flugzeug
Nach einem netten Gespräch, vollgetankten Flugzeugen und einer kurzen Pause hieß es für uns wieder: einsteigen, Motoren an und weiter Richtung Dänemark.
Unser nächstes Ziel war ein Flugplatz, der wohl ziemlich genau das Gegenteil eines großen internationalen Verkehrsflughafens darstellt – und gerade deshalb seinen ganz besonderen Charme hat:
Endelave „International Airport“.
Der kleine Flugplatz – oder treffender gesagt: das kleine Landefeld – gehört der Familie Toft, die wir bereits im vergangenen Jahr bei unserem Aufenthalt in Stauning kennengelernt hatten.
Die Lage ist schlichtweg traumhaft. Der Platz befindet sich auf der kleinen dänischen Insel Endelave, nur wenige Meter vom Meer entfernt und umgeben von Natur.
Große Infrastruktur sucht man hier vergeblich.
Kein Tower. Kein Flugleiter. Kein großes Abfertigungsgebäude.
Im Grunde gibt es nur die Piste, einen Windsack und diese herrliche Landschaft.
Und genau das macht den Reiz aus.
Nach der Landung kann man sich direkt vor Ort Fahrräder ausleihen und damit die kleine Insel erkunden. Das Flugzeug bleibt auf dem Flugplatz stehen und wenige Minuten später ist man mit dem Fahrrad unterwegs – viel besser kann man Fliegen und Reisen eigentlich kaum miteinander verbinden.


Am nächsten Morgen ging es für uns bereits weiter. Nach einer Nacht auf Endelave wurden die Flugzeuge wieder startklar gemacht und wir nahmen Kurs auf die nächste dänische Insel:
Samsø.
Auch der Flug dorthin war mit den kurzen Strecken über die dänische Inselwelt ein Erlebnis für sich.
Auf Samsø angekommen, wurden wir von einem Bekannten von Jörg Wesemann empfangen. Dadurch hatten wir das große Glück, die Insel nicht einfach nur als Touristen zu erkunden, sondern sie von jemandem gezeigt zu bekommen, der sich dort auskennt.
So verbrachten wir einen entspannten Tag auf Samsø und konnten wieder einmal feststellen, wie unglaublich praktisch ein eigenes Flugzeug für solche Reisen ist. Orte, die mit Auto und Fähre vergleichsweise aufwendig zu erreichen wären, liegen plötzlich nur einen kurzen Flug voneinander entfernt.
Am Sonntag hieß es dann leider schon wieder Abschied nehmen und Kurs Heimat setzen.
Ganz direkt sollte es allerdings noch nicht nach Porta gehen. Zunächst stand ein Zwischenstopp in Rendsburg auf dem Programm.
Dort trafen wir uns mit Jörg Hohlfeld und Reinhard Heineking, die ebenfalls mit dem Flugzeug angereist waren.
Und als wäre das noch nicht genug, trafen wir durch Zufall auch noch ein weiteres Vereinsmitglied, das mit seinem eigenen Flieger dort gelandet war.
So wurde aus dem eigentlich nur als Zwischenstopp geplanten Aufenthalt in Rendsburg noch einmal ein kleines spontanes Fliegertreffen – ein passender Abschluss für unser Wochenende.
Danach ging es für uns endgültig zurück Richtung Porta Westfalica.
Alles in allem war es wieder einmal ein richtig schöner Ausflug mit knapp 1.000 km zurückgelegter Strecke pro Flugzeug.
Dabei sind es am Ende gar nicht unbedingt die großen Sehenswürdigkeiten, die solche Touren besonders machen. Es ist die Mischung aus dem gemeinsamen Fliegen, kleinen Flugplätzen, spontanen Begegnungen, fremden Landschaften und der Freiheit, innerhalb weniger Stunden an Orten zu sein, die man sonst wahrscheinlich nie besucht hätte.
Gerade Plätze wie Endelave zeigen, warum wir diese Art des Reisens so mögen: morgens das Flugzeug aus dem Hangar holen, wenige Stunden später auf einer kleinen dänischen Insel landen und anschließend mit dem Fahrrad am Meer entlangfahren.
Unser zweiter gemeinsamer Auslandsflug hat deshalb vor allem eines geschafft:
Noch mehr Lust auf den nächsten!
Die Frage lautet also nicht, ob wir wieder losfliegen, sondern nur noch:
Tschechien? Polen? Österreich?
Wir werden sehen. ✈️